Selbstmord statt Scheidung

Kriminalkomödie der Bühne Liestal

og. Britischer könnte die Kriminalkomödie "Bubblegum und Brillanten", welche die Bühne Liestal derzeit in der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule an der ühlemattstrasse 34 zeigt, in Liestal nicht dahr kommen. Geschrieben wurde der Zweiakter, bei dem sich alles um das liebe und nicht vorhandene Geld dreht, vom deutschen Autor Jürgen Baumgarten. Anlässlich der Premiere am vergangenen Samstag sagte Regisseur Beat Bill, man habe das Stück leicht auf die derzeitige Finanzkriese adaptiert. Was auf der Bühne mit jeder Menge schwarzem Humor dem Publikum vorgesetzt wird, ist für die seit 1958 bestehende Laienbühne mit wechselvoller Geschichte zuweilen schmerzhafte Realität. Produktionsleiterin Patricia Furler Bill erinnerte an den letztjährigen Grosserfolg "Syydeband und Bottewage" aus der Feder von Thomas Schweizer. Jene Produktion, so Furler, habe finanziell etwas Luft gegebe. Dennoch müsse ein strenger Sparkurs gefahren werden, was sich für ein Ensemble, das sich zwischen "Dorftheater und Profibetrieb" versteht, als echte Herausforderung erweise. Einige Sponsoren, bedauerte sie, hätten sich aus wirtschaftlichen Gründen leider zurückziehen müssen. Soweit ist es bei der Bühne Liestal, die auf einen Beitrag der Stadt Liestal und eine Defizitgarantie des Kantons zählen kann, zum Glück noch nicht. Abgesehen von einer Etschädigung des Regisseurs Beat Bill und des Pianisten Urs Rudin werden keine Schauspielergagen ausgerichtet.

Ein Profikiller soll's richten

Die Geschichte ist in der Gesellschaft des englischen Adels angesiedelt. Sir George Middlesome, Earl of Eastermoo, ist finanziell arg in Schieflage geraten. Das Tafelsilber ist im Gegensatz zu den Schulden bereits weg, versteigert. Für den Ehrenmann alten Schlages gibt es nur eine Lösung: Selbstmord. Unterstützt wird er dabei von seiner Gattin Lady Ellen. Alles wird bis ins lette Detail vorbereitet bis hin zur Todesanzeige in der "Times". Doch der Schuss der Pistole geht nach hinten hinaus und bringt dafür den Hauskater Lord Tom Miau-Miau ||| zur Strecke. Es sollte nicht beim einzigen Fehlschuss bleiben. Die Versicherunsgagentin, die das Ableben des Paars der Zeitung entnommen hat, ist ziemlich überrascht, als sie den beiden Todgeglaubtengegenüber steht und vermutet eine wilde Verschwörung. Das die Lebensversicherung bei einem Selbstmord nicht ausbezahlt wird, sagt sie nur beiläufig. Der Earl und seine Gemahlin müssen folglich die Strategie ändern: Mord heisst die Devise. Ein Profikiller soll's richtern. Erkennbar seien die Opfer an einem Ring mit natürlich falschen Brillanten. Das Gangsterduo geht alsbald in Stellung. Doch der Auftragsmörder versagt im entscheidenden Moment. "Es geht nich", geteht er seiner Gangsterbraut ein. "Wundert mich eigentloch gar nicht, wenn ich an die Hochzeitsnacht zurückdenke", meint diese und nimmt das Heft, besser gesagt die Pistole selbst in die Hand. Doch als nicht weniger als acht Personen mit Brillantringen herumlaufen, ist das illustre Duo überfordert, zudem die Bubblegum-Kugeln eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Auch Inspector Jameson und Constable Marker von Scotland Yard sind nicht in der Lage, den Fall, der nun vollends aus dem Ruder zu laufen droht, zu klären.