Aus der Zeit der Heimposamenterei

Uraufführung "Syydeband und Bottewaage" am 26.8.

obz. Die bühne_liestal feiert ihr 50-Jahre-Bühnenjubiläum mit einem speziellen Stück aus der Feder des Baselbieter Autors Thomas Schweizer. Untermalt und begleitet wird das Schauspiel durch zahlreiche Songs und moderne Musik des bekannten Musikers Urs Rudin. Sie bildet einen reizvollen Gegensatz zum historischen Geschehen.

"Syydeband und Bottewaage" ist das erste umfassende Bühnenstück, das die Besonderheiten der beiden Basler Kantone zum Inhalt hat. In Szene gesetzt wird es vom "Haus-Regisseur" Beat Bill.

Die Geschichte spielt 1916 zur Zeit des ersten Weltkrieges. Im Zentrum steht die spezielle Beziehung der Baselbieter Heimposamenterei zu den "Seidenbandherren" aus der Stadt. Es ist eine frei erfundene Geschichte, allerdings beruhen einige Ereignisse auf Tatsachen, wie auch der historisch belegte und bis heute noch oft diskutierte und ungeklärte "Bottenmorf" von Sissach.

Indem wir der Vergangenheit nachspüren, können wir die Gegenwart verstehen und bewältigen und eine Zukunft bauen.

Obwohl die Geschichte in der Vergangenheit spielt, ist sie in die Zukunft gerichtet. Fetzige, rockige Klänge und Songs sollen einen bewussten Kontrast zum historischen Geschehen bilden. Eine längst vergangene Zeit wird eingebettet in den Rhytmus unserer modernen Welt. Menschen von heute, die sich um die Zukunft kümmern müssen, erleben ein Stück Baselbieter und Stadtbasler Geschichte zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Joggi, Sohn der Posamenterfamilie Buser aus Sissach, fährt eines Tages aus Sehnsucht nach der grossen Stadt mit dem "Bott" Häfelfinger auf dessen Tour nach Basel. Sie liefern die gewobenen Seidenbändel an und nehmen neues Material  und den Lohn für die Posamenter mit.

Auf der Rückfahrt werden die beiden vor dem Ebenrain überfallen. Joggi wird dabei schwer verletzt. Keine ärztliche Kunst, auch die des Naturarztes "Zegliger Peter", kann ihn heilen.

Erst die Liebe von Seline, Tochter des Seidenbandfabrikanten Sarasin, bringt schliesslich die gewünschte Genesung. Es entwickelt sich eine turbulente Liebesgeschichte zwischen den beiden. Allerdings sind nicht alle einverstanden mit dieser "Mésalliance"...

Kommt es trotzdem zu einem Happyend?