Von der Stadt-Land-Hassliebe
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- Erstellt am Donnerstag, 04 September 2008 12:43
- Geschrieben von Oberbaselbieter Zeitung
uae. "Syydeband und Bottwaage soll nicht nur den Abschluss der verschiedenen Anlässe zum 175-Jahr-Jubiläum des Kantons Baselland markieren, sondern als kultureller Höhepunkt in Erinnerung bleiben", sagte Thomas Schweozer, Autor des Theaterstückes vor der Premiere am Dienstag, 26. August. Die "bühne_liestal", bei der er selbst schon lange Jahre mitwirkt, führt das Stück im grossen Saal im Hotel Engel auf.
Das Interesse der Bevölkerung, das im Vorfeld durch diverse Medienberichte geweckt wurde, war gewaltig. Dass "Syydeband und Bottewaage" ein spezielles Stück ist, wurde spätestens beim Aufmarsch der Politprominenz der Stadt Liestal und des Kantons, klar. Regula Gysin, Stadtpräsidentin von Liestal, bedanke sich in einer kurzen Ansprache bei allen Beteiligtenfür den grossen Einsatz und veriet, dass sie selbst als Jugendliche Statistin bei der "bühne_liestal" war. "Syydeband und Bottewaage" ist das erste umfassende Bühnenstück, das die Beziehung der beiden Basler Kantone zum Inhalt hat. Diese kann gemäss Autor Thomas Schweizer kaum besser dargestellt werdenals im Bereich der Seidenbandweberei. Die Geschichte spielt im Jahr 1916 mitten im ersten Weltkrieg. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen den Heimposamentern auf dem Land und den reichen Seidenbandherren in der Stadt. Joggi, Sohn einer Posamenterfamilie aus Sissach fährt eines Tages mit dem Bott in die Stadt, wo er auf Seline Sarasin trifft und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Eine turbulente Geschichte, die mit fetzigen Songs von Urs Rudin untermalt wird. Regisseur Beat Bill inszenierte das Stück temporeich und äusserst mitreissend, während Thomas Schweizer, der auch selbst auf der Bühne steht, mit den witzigen Dialogen für manchen Lacher im Publikum sorgt.
So beginnt das Stück zum Beispiel auf der Sissacher Fluh, wo sich ein Baselbieter und ein Basler treffen. Der Streit zwischen den beiden lässt nicht lange auf sich warten. Erst als "Kantonsfremde" auftauchen, die Basler und Baselbeiter in einen Topf werfen, beginnen sich die zwei gemeinsam zu wehren. Die Schauspieler spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig und auch der Gesang, der für die Laien eine grosse Herausforderung darstellte, war ausgezeichnet. Während einer solchen Aufführung erfährt man viel Wissenswertes und Interessantes obwohl die Handlung, von Ausnahmen abgesehen, fiktiv ist. Trotz der historischen Handlung, die vor bald hundert Jahren spielt, kommt das Theaterstück nicht verstaubt daher. Ganz im Gegenteil! Am Schluss der Aufführung ertönte nicht enden wollender Applaus.

